(Vorbemerkung: Da es sich um 4 Seiten gemischter Nachrichten handelt, übersetze ich die mir am wichtigsten erscheinenden wörtlich, die anderen in Zusammenfassung. Die Zusammenfassungen bzw. redaktionelle Ergänzungen sind kursiv gedruckt.)
1. Kirchliche Heiraten
Zwei Paare aus Bolenge, u.a. der Verfasser des Bolenge-Echos ( offenbar 2.Ehe) haben im Dezember 2004 kirchlich geheiratet. (Anm.: Kirchliche Heirat ist selten und geschieht oft erst nach vielen Jahren gemeinsamen Lebens; Pfarrer und Presbyter sollten kirchlich verheiratet sein..)
2. Taufen
Am 19.Dezember 2005 sind morgens um 6 Uhr 9 Mitglieder der Gemeinde (vermutlich im Fluß) getauft worden, unter ihnen auch die 13jährige Tochter des Verfassers. (Anm.: Die Jüngerkirche kennt keine Kindertaufe, sondern tauft junge Erwachsene, „die ihr Leben Christus anvertraut haben“). Im darauf folgenden Gemeindegottesdienst haben sie am Abendmahl ( wird jeden Sonntag gefeiert) teilgenommen.
3. Besuche
Ende 2004 hat ein in Lutumbe (Congo) als Missionarssohn geborener US-Amerikaner, Dr. Ben Hobgod zusammen mit zwei Töchtern und Enkelkindern Bolenge besucht, um zu sehen, wo er geboren ist und einen guten Teil seines Lebens verbracht hat. Er hat dort am 26.12.gepredigt.
4. Aktivitäten am Jahresende
Weihnachten war der Gemeindepfarrer Ngoy heftig an Malaria erkrankt Diese Krankheit tritt zu bestimmten Zeiten immer wieder auf und führt dazu, dass die Menschen stark darunter leiden. Die Frau von Pastor Alain Imbolo (AIDS-Beauftragter der CDCC) hat gerade dadurch eine Fehlgeburt erlitten.
Der Weihnachtsgottesdienst ist von den beiden Hilfspastoren gehalten worden.
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage haben die Menschen zu Weihnachten im Gottesdienst gesungen und getanzt. Und sie haben Gott Gaben gebracht. Die Kollekten werden in verschiedenen Gruppierungen eingesammelt – diesmal waren es 12!
Insgesamt haben die Christen in der Gemeinde Bolenge bei der Gelegenheit 100.000 Fc – das entspricht ungefähr 220 $ - gegeben.
Diese Summe wird geteilt, so wie es die Verfassung der CDCC vorsieht:
40 % Gemeinde
40 % Kirchenkreis
20 % Generalsekretariat (Gesamtkirche)
Auch in allen anderen Gemeinden fanden solche Aktivitäten statt.
Dann folgt eine lange Auflistung der Spenden in den 26 Gemeinden des Kirchenkreises.
Insgesamt kamen 518.090 Fc. ( ca. 1151.00 $ ) zusammen.
Neujahr ist im Congo ein Familienfest. In diesem Jahr haben 85 % der Familien Neujahr in der Stille gefeiert. Die Eltern, Angestellte des Staates oder der Kirche, die etliche Monate nicht bezahlt worden sind, haben keine Möglichkeit gehabt, mit ihren Kindern ein Fest zu feiern. Diese Situation zeigt, wie geschädigt unser Land im Ganzen ist. Wir hoffen, dass es sich erholen wird durch die Durchführung von freien, transparenten, demokratischen und glaubwürdigen Wahlen ( die lt. Friedensverhandlungen von Sun-City im Juni 2005 stattfinden sollen!). Wie soll das im Kongo-Kontext gehen?
5. Reise des Superintendenten ins Hinterland
Nachdem im August 2004 eine „Technik“-Mannschaft ( Gemeindepfarrer Ngoy und Entwicklungsleiter Efolote) Besuche im Inneren gemacht hatten, hat nun der Superintendent die Gemeinden besucht, um zu sehen, ob die Gemeinden bereits Ziegel zum Wiederaufbau der Kirchen gebrannt haben. Er hat folgende Gemeinden besucht:
Bolongo Mabaya, Mpenzele, Bosombo Akongo, Widjifake,Bodiya Bolaka
Sein Bericht zeigt einen beachtliche Fortgang der Arbeiten beim Hochziehen der Kirchenmauern in allen Gemeinden.
Wir begrüßen ausdrücklich, dass auf allen Ebenen in unsrer Kirche das Bewusstsein für Eigenverantwortung wieder wächst.
6. Frauenaktivitäten
a. Gemeinschaftsfeld in Bolenge
Vor einigen Monaten haben die Frauen von Bolenge beschlossen, sich persönlich mit ihren Kräften einzusetzen für Aktivitäten, die Nahrung und Geld produzieren. Sie haben ein Feld von ca. 3 ha urbar gemacht und dort Mais, Maniok und Süßkartoffeln angebaut.
Mit der Ernte dieses Feldes helfen die Frauen den Notleidenden, tragen bei zur Unterstützung der Kirche, ernähren ein wenig ihre Familien, und von dem, was nach dem Verkauf bleibt, haben sie eine Solidaritäts-Kasse gegründet, um den Frauen in Not beizustehen
b. Verkauf von Stoffen
Dies ist ein Produktionsbereich oder eine Einkommen schaffende Maßnahme. Das Projekt besteht darin, dass Stoffe oder Tücher „Mwasi Mokristo“ ( Stoff mit christlichen Symbolaufdrucken, der überall im Congo von den christlichen Frauen als Erkennungszeichen getragen wird) in Kinshasa gekauft und in Bolenge verkauft wird.
...Die Stoffe kosten in Kinshasa 500 Fc. und werden für 1000 Fc. verkauft.
Mit einer Unterstützung von 200 $ ( 90.000 Fc) können unsere Frauen 150 Stoffe kaufen einschließlich der Unkosten für den Kauf und den Transport.
Diese Aktivität wird begleitet von Frau Nsombo Ekofo, der Präsidentin der Frauenarbeit im Kirchenkreis.
c. Aufzucht von Kühen
.... Die Frauen von Bolenge entwickeln auf Gemeindeebene ein Projekt zur Aufzucht von Kühen. Es gibt schon 4 dort. Sie haben gerade 2 verkauft und mit dem Erlös haben sie die Beschallung der Kirche von Bolenge unterstützt. (Offenbar wünscht man sich für Gottesdienste ,Musikveranstaltungen. Hochzeiten etc.Lautsprecher in der Kirche!). Heute hat die Kirche von Bolenge eine Verstärker-Ausrüstung, die zu einem guten Teil von den Frauen finanziert ist...Ein Hoch auf die Frauen von Bolenge für diese guten Beispiele von Eigenverantwortung!
7. Projekt Kühe
Wie schon in einem ausführlichen Bericht am 2.März geschrieben haben fünf Gemeinden jeweils ein Paar Kühe bekommen:
Bombenga, Bobangi, Bolongo Mabaya, Ikengo, Nkalamba. Dieses Projekt ist zustande gekommen durch den Finanz-Beitrag der Partner im Kirchenkreis Dortmund-Süd (6 Kühe) und durch den Natural-Beitrag des Kirchenkreises Bolenge (4 Kühe).
Die Realisierung dieses Projekts in den Gemeinden im Hinterland hat bei den Christen im Kirchenkreis Bolenge einen Sturm der Begeisterung ausgelöst. Die Leitungen der Gemeinden und die Christen insgesamt bringen ihre große Dankbarkeit dafür zum Ausdruck.
8. Schulen auf den Inseln
Diese Schulen im Kirchenkreis Bolenge (Anm: sie liegen auf der anderen Seite des dort mehrere Kilometer breiten Kongoflusses und sind nur mit Booten zu erreichen. Die Menschen dort leben vom Fischfang.) verdienen die regelmäßige Aufmerksamkeit von Seiten der Leitung des Kirchenkreises.
Viele der Eltern dieser Kinder sind während des Krieges (Anm.: dort verlief die Grenze zu einem der Rebellengebiete!) über den Fluss in den Nachbarstaat Kongo-Brazzaville geflüchtet, in die Orte Njondo und Lilanga. Als der Krieg zu Ende war, sind die Familien zurückgekehrt, hatten aber keine Arbeitsmittel mehr, um ihr normales Leben wieder aufzunehmen. Außerdem erwarten die Lehrer, die von der Regierung nicht bezahlt werden, einen Beitrag der Eltern nicht nur für den Schulbetrieb, sondern, so wenig es auch sein mag, auch für ihren eigenen Lebensunterhalt. Die Eltern aber haben kein Handwerkszeug für den Fischfang. So können sie weder Schulgeld bezahlen noch für die Lehrer sorgen.
9. Unterhalt der Gesundheitsstationen
Die Zerstörung des wirtschaftlichen Netzes hat Konsequenzen für das soziale Leben. Fünf Gesundheitsstationen, die der Superintendent besucht hat, funktionieren nicht mehr richtig. Sie haben keine Medikamente und kein medizinisches Material. Die Bevölkerung, die eigentlich die Nutznießer der Stationen sein sollten, kann die Kosten für das Personal nicht aufbringen. So müssen sie sich irgendwie mit eigenen Mitteln durchschlagen.
Die fünf besuchten Stationen sind:
Mpombo und Wenga am Fluß, Bosombo Akongo, Mpongo befale und Itodo Mboka im Land
10. Kampf gegen AIDS
Von Sonntag, 20.2 bis Freitag 25.2. 2005 haben die Verantwortlichen im Kirchenkreis Bolenge an einem Seminar teilgenommen, das von Frau Ivonne Kavuo (AIDS-Beauftragte der Gesamtkirche im Kongo) zusammen mit Pastor Alain Imbolo zur Ausbildung für die Trainer im Kampf gegen AIDS abgehalten wurde. Darauf hin ist eine Kampfgruppe gegründet worden, die diese Aktivitäten nun im Kirchenkreis fortsetzt. Wir werden weiter intensiv und im Detail davon berichten.
11. Traurige Nachrichten
Berichte über den Tod verschiedener Menschen:
Pastor Lopeka (Gemeinde Bonsole) – er hinterlässt Frau und fünf Kinder, für die die Gemeinde seitdem sorgt
Pastor Bontonga (Gemeinde Wendja) – er hinterlässt Frau und 6 Kinder
Die Ehefrau von Pastor Ikoyo (Gemeinde Indjolo)
12. Sonntagsschule
Mit Beginn des Jahres 2005 hat der Kirchenkreis Bolenge die Sonntagsschularbeit aufgenommen, um die Kinder zu unterrichten. Die Arbeit entwickelt sich gut, trotz mancher Schwierigkeiten für die Leiterin Damienne wie Bilder aus dem Leben Jesu, Spielzeug. ( Anm: Die Ausstattung der neugegründeten Sonntagsschule mit Bildern, Spiel – und pädagogischem Material, Bänken, Anstrich der alten Kirche ist uns vom Partnerschaftscomité Bolenge am 1.3.05 als ein Projekt unter anderen vorgeschlagen worden).
Zum jetzigen Zeitpunkt werden 135 Jungen und Mädchen geistlich geschult und haben gute Beschäftigung.
13. Weitere Aktivitäten
Es folgen kurze Berichte über Besuche von sog. Sub-Gemeinden von Bolenge, die z.T. auf der anderen Seite des Flusses liegen. Dort sind mehrere Menschen getauft worden. Dort müssten es wegen der großen Kinderzahlen ebenfalls Grundschulen und Gesundheitszentren geben, müssten Katechisten ausgebildet werden.
Die Kirche von Bolenge ist neu angestrichen – dank einer Spende aus Dortmund-Süd. Dafür dankt die Gemeinde.
In Bolenge sind dank der Aktivitäten der Christen 3 Quellen eingefaßt worden. Dazu sind lokale Materialen verwandt worden. Verantwortlich war der Vorsitzende des Comités für Entwicklung von Bolenge. So haben die Menschen jetzt sauberes Trinkwasser.
Am Samstag, 12.März 2005 wird die CDCC von einer hochrangigen Delegation der Jüngerkirche der USA besucht. Ihr Präsident wird am Sonntag in Bolenge, der ersten Missionsstation der Jüngerkirche im Kongo, predigen.
Übersetzung und Bearbeitung: Dorothea Philipps
13.3.05