Bolenge-Echo Nr.1 Oktober 2004

 

Nachrichten aus dem Partnerkirchenkreis Bolenge/Kongo

zusammengestellt von Theodore Efolote, Leiter des Büros für Entwicklung im Generalsekretariat der Jüngerkirche im Kongo

 

1. Evangelisation

Vom 15. bis 19. September haben 20 Pastoren des Kirchenkreises Bolenge an einem Seminar teilgenommen. Es wurde vom Vizepräsidenten Mputu geleitet. Thema: Gebet und Fürbitte. Gleichzeitig hat der Leiter der Evangelisationsabteilung informiert über die Verpflichtungen der Kirchenmitglieder der Gesamtkirche gegenüber (Anm.: Die Kirche strebt einen Reformprozeß in geistlicher wie in finanzieller Hinsicht an. So sollen Pastoren für ihre geistlichen Aufgaben besser geschult werden und Gemeindemitglieder  durch einen Jahresbeitrag von einem Dollar ihre Kirche finanziell unterstützen und auf die Dauer unabhängig von Hilfe von außen machen)

 

 -  Jugendevangelisation

Die Jugend von Bolenge-Zentrum hat unter Leitung ihres Präsidenten Willy Bolemo eine Solidaritätsreise zu den Gemeinden am Ubangi gemacht, die während des Krieges besonders gelitten haben. Das Ziel war, ihren Altersgenossen die gute Botschaft von Trost und Hoffnung zu bringen.

So waren 10 junge Leute mit einer Pirogge  ( mit Außenbordmotor) 30 Tage unterwegs. (Anm.: Der Wasserweg auf dem Kongo und seinen Nebenflüssen ist wegen der Zerstörung der Straßen der einzig mögliche – er ist teuer und gefährlich!) Sie haben in den Gemeinden den Film Jesus von „Campus für Christus“ gezeigt. Viele junge Leute haben daraufhin Christus angenommen. Manche, die die Gemeinden verlassen hatten, sind zurückgekehrt. 40 Bibeln, gekauft von Kollektengeld aus Bolenge, konnten verteilt werden. (Anm.: Bibeln und Gesangbücher sind in den Kriegswirren von den verschiedenen Rebellen-und Flüchtlingswellen geplündert oder als Brennmaterial benutzt worden)  

 

2. Schulen

Anfang September war Schulbeginn. Über die Schulen auf den Inseln liegt noch kein Bericht vor.

In Bolenge und Umgebung hat es einen normalen Schulanfang gegeben,  trotz der Schwierigkeiten auf Seiten der Lehrer wie der Eltern, die Schulgeld bezahlen und Hefte sowie Schulkleidung bezahlen müssen. Ohne Einkommen kaum zu leisten!

Auf der anderen (Fluss)Seite gibt es Schwierigkeiten, weil die Schulen nicht unterstützt werden. Wir möchten für sie um eine kleine  Unterstützung bitten, die  den Schulleitern ermöglicht, wenigstens die Kreide zur Verfügung zu stellen. 10 Kästen Kreide pro Schule wären wünschenswert. 1 Kasten kostet 1 $ (Anm.: dafür wurden von Jutta May 40 € zur Verfügung gestellt)

 

3. Medizinischer Sektor

Die Bevölkerung  von Bolenge ist froh, ihre Frauenstation des Krankenhauses wieder nutzen zu können. Sie war geschlossen, weil die Rechnung für die Erneuerung der Station vom ehemaligen Medizin-Koordinator Dr. Mwamba nicht bezahlt worden war, obwohl er das Geld von Global Ministries (Anm.: USA –Mutterkirchen) bekommen hatte. Nun hat der Verteidigungsminister (!) der Übergangsregierung die Kosten gezahlt. Er stammt aus der Region.

 

4. Frauenaktivitäten

Die Frauen in Bolenge produzieren in eigener Regie Seife, die sie dann in Wendj Sekli verkaufen. Die nötigen Gelder dazu sind von den Frauen aufgebracht worden.

 

5. Jugendaktivitäten

Auf der  in 1. erwähnten Reise haben die Jugendlichen immer wieder von der Partnerschaft erzählt, vor allem in den Gemeinden, die während der Anwesenheit von Andreas Denda und Jörg Philipps unter der Leitung des verstorbenen Superintendenten Bombele gegründet worden sind.

 

- Kampf gegen AIDS

Die Jugend in Bolenge ist sehr aktiv: jede Woche machen sie Treffen, um ihre Altersgenossen aufzuklären über die Probleme der sexuell übertragbaren Krankheiten.

Jeden Sonntag im Gottesdienst hat der verantwortliche Bruder Ikenge Edima 5 Minuten Zeit, über AIDS zu sprechen – eine ermutigende Erfahrung. Denn so werden auch die Eltern erreicht und können zuhause ihre jungen Leute besser erziehen.

 

-  Fußballmannschaft

Die sportlichen Aktivitäten sind durch die Initiative des gegenwärtigen Medizin-Koordinators und durch Pastor Alain Imbolo (Anm.: Koordinator für die AIDS-Arbeit)  wieder aufgenommen worden. Es haben schon mehrere Spiele gegen andere Mannschaften stattgefunden.

Der Mannschaft fehlen vor allem Fußballschuhe.

 

- Volleyball für die Mädchen

Die jungen Mädchen möchten auch gerne eine Freizeitaktivität haben. Wir unterstützen diesen Wunsch – auch im Rahmen des Kampfes gegen AIDS. Denn wenn die jungen Mädchen eine gesunde Beschäftigung haben, haben sie weiniger Zeit für ein unordentliches Leben.

Es gibt in Bolenge eine Volleyball –Feld, gebraucht werden 4 Bälle und 2 Netze.

 

6.Projekte

Die Gemeinden, die in der ersten Phase die Kühe bekommen sollen, sind dabei, die Weiden vorzubereiten als ihren Beitrag zum Projekt. Wie gewünscht, werdet ihr detaillierte Berichte  und Photos bekommen, wenn das Projekt realisiert ist, d.h. wenn alle Kühe  in den Gemeinden sind.

Das Haus des Pfarrers in Bolengo Mabaya ist jetzt erleuchtet mit einem guten System von Solarlampen(Anm.: eine Initiative des Vereins Neue Energien Eichlinghofen – sie haben dafür ca. 2 000 € zur Verfügung gestellt – s.Bericht RN vom 16.10.04) Das Projekt ist ermutigend, und wir werden in Zukunft untersuchen, wie wir es auf andere Gemeinden ausdehnen können.

 

(Übersetzung und Anmerkungen: Dorothea Philipps)

 

Wenn Sie die Partnerschaft unterstützen wollen, können Sie das auf verschiedene Weise tun:

Arbeiten Sie mit im Bolenge-Kreis des Kirchenkreises Dortmund-Süd

Näheres bei Pastorin Dorothea Philipps T. 0231-718946

Spenden sind willkommen auf dem Bolenge-Konto des Kirchenkreises Dortmund-Süd: Sparkasse Dortmund KtoNr. 001070800  BLZ 440 501 99 Kreiskirchenkasse Süd/Lünen

 

 


www.kirchedosued.de